Das Internationale Dokumentarfilmfestival München

zu Gast in den bayerischen Kinos

5. Oktober bis 30. November 2017

665 FREUNDE

Regie: Jonas Gernstl
Land, Jahr: D, 2017
Länge: 87 Min.
Mo, 20.10.2017 | 19.30 Uhr

 

Jonas hat sich sein Leben mit 30 eigentlich anders vorgestellt: Familienvater wollte er sein, erfolgreich oder zumindest „stinkreich“. Bei seinen „Facebookfreunden“ ist von solchen latenten Selbstzweifeln nichts zu spüren. Ihre im sozialen Netzwerk zelebrierten Leben erscheinen abwechslungsreich und versprechen das große Glück. Und tatsächlich trifft Gernstl jr. auf seinen Reisen alte Schulkameraden, Freundinnen und Kollegen, die anscheinend genau wissen, was sie wollen und bei aller Unterschiedlichkeit eines gemeinsam haben: Sie folgen dem Weg ihres Herzens und finden trotz aller Risiken und Gefahren darin ihre Erfüllung. Welchen Pfad wird Jonas beschreiten? 665 FREUNDE ist das Porträt dieser Generation.

Jonas Gernstl

Seit 2008 studiert Jonas Gernstl Dokumentarfilm und Fernsehpublizistik an der HFF München und ist als freier Regisseur für megaherz tätig. Seit 2008 Studium Dokumentarfilm und Fernsehpublizistik an der HFF München und freie Regie-tätigkeit für megaherz. Nach GUERILLA KÖCHE (DOK.fest 2013) begibt sich Jonas Gernstl mit seinem zweiten abendfüllenden Dokumentarfilm wie sein Vater Franz Xaver Gernstl (Gernstls Reisen) auf die Suche nach dem Glück.

ER SIE ICH

Regie: Carlotta Kittel
Land, Jahr: D, 2017
Länge: 88 Min.
So, 5.11.2017 | 19.30 Uhr

 

„Meine Eltern waren nie ein Paar.” Noch bevor Carlotta Kittel geboren wurde, hatten sich ihre Eltern bereits getrennt. Sie wächst bei ihrer Mutter auf und besucht gelegentlich ihren Vater. Als Kind hat sie sich irgendwie mit dieser Situation arrangiert. Aber dieses ‘Irgendwie’ ist kein Zustand, mit dem sich Carlotta Kittel heute noch zufriedengeben will. Sie interviewt ihre Eltern getrennt voneinander und konfrontiert dann beide mit den Ansichten des jeweils anderen. Schritt um Schritt, Frage um Frage entfaltet sich die Geschichte einer Kindheit und einer Familie, die nie existiert hat. Es geht um Widersprüche, um lang unterdrückte Gefühle und nie gestellte Fragen. Ein spannendes, intimes Puzzle.

Carlotta Kittel

Von 2007 bis 2013 studierte Kittel Montage an der Filmuniversität Babelsberg und später in Łodz. Hier entstehen erste Regiearbeiten. Seit 2013 arbeitet sie parallel als freiberufliche Editorin und als Meisterschülerin, wiederum in Babelsberg. ER SIE ICH ist ihr Abschlussfilm.

 

PRE-CRIME

Regie: Monika Hielscher, Matthias Heerder
Land, Jahr: D, 2017
Länge: 87 Min.
Mo, 13.11.2017 | 19.30 Uhr

 

Eine Software, die vorhersagt, wo und wann ein Mörder zuschlägt. Was nach Science Fiction klingt, ist längst ein gängiges Mittel der Verbrechensprävention. Big Data dient dabei als die Quelle, die wir selbst kontinuierlich mit persönlichen Informationen befüllen. Der investigative Dokumentarfilm PRE-CRIME wagt einen Blick hinter die Kulissen der Analysesoftwares. Polizeiermittler, Datenanalysten und sogar Betroffene der Precrime-Überwachung kommen zu Wort, um die zentralen Fragen zu stellen: Wie lauten die streng geheim gehaltenen Algorithmen? Wen schützen sie und wen machen sie zu Tätern? Haben wir überhaupt noch die Wahl, ob wir in einer digital überwachten Gesellschaft leben wollen?

Monika Hielscher

Die freie Autorin, Regisseurin und Produzentin verschiedener Dokumentarfilme ist u.a. auch als Publizistin für Medien- und Filmzeitschriften sowie als Medienpädagogin und Filmkuratorin tätig. Gemeinsam mit Matthias Heeder gründete sie 1980 die Filmproduktion Rhizomfilm.

Matthias Heeder

Nach journalistischen Tätigkeiten für Hörfunk, Fernsehen und Fachpresse arbeitet Matthias Heeder seit 1979 als freier Filmemacher und Autor. Nebenher engagiert er sich als Kurator, Dozent und Verbandsmitglied.

ALLES GUT

Regie: Pia Lenz
Land, Jahr: D, 2016
Länge: 95 Min.
So, 19.11.2017 | 19.30 Uhr

 

 

Djaner hat es geschafft. Er darf in Hamburg zur Schule gehen und freut sich, zum ersten Mal ohne Angst auf dem Schulhof zu stehen. Djaner ist neun Jahre alt und Roma. Ghofran ist elf – und will am liebsten sofort wieder zurück: nach Syrien. Beide haben Krieg und Verfolgung hinter sich gelassen und noch einen langen, steinigen Weg vor sich, ehe sie endgültig ankommen können in ihrer neuen Heimat. Als KameraFrau und Regisseurin gelingen Pia Lenz Beobachtungen von großer Nähe und Präzision. Geduldig und mit großer Empathie begleitet der Film seine jungen Protagonisten und lässt uns dabei unmittelbar in eine Lebenswirklichkeit eintauchen, von der andere nur reden.

Pia Lenz

Nach einem Studium der Journalistik, Sprachwissenschaften und BWL in Dortmund absolvierte sie die Hamburg Media School in Hamburg und das Volontariat beim NDR. Nach den vielfach ausgezeichneten HUDEKAMP – EIN HEIMATFILM ist Pia Lenz mit ALLES GUT bereits zum zweiten Mal auf dem DOK.fest zu Gast.

 

 

UNTITLED

Regie: Michael Glawogger, Monika Willi
Land, Jahr: A,D, 2017
Länge: 107 Min.
So, 26.11.2017 | 19.30 Uhr

 

„Nicht warten, sondern immer weiter fahren“, wollte Michael Glawogger 2013 für ein gänzlich neuartiges Dokumentarfilmprojekt: Ohne dramaturgisch roten Faden startete der Grazer Ausnahmeregisseur eine Weltreise zu jenen weißen Flecken auf der Landkarte, die in der öffentlichen Wahrnehmung kaum existieren. Zusammen mit Kameramann Attila Boa reiste er nach Italien, durch den Balkan, weiter nach Marokko, Mauretanien und Sierra Leone, ehe er in Liberia plötzlich an Malaria starb. Monika Willis großer Leidenschaft für das 70-stündige Bildmaterial ist es zu verdanken, dass aus UNTITLED keine filmische Trauerarbeit, sondern ein grandioses synästhetisches Filmessay über die Macht und Poesie des Zufalls entstanden ist.

Sprecherin: Birgit Minichmayr

Michael Glawogger

Der renommierte Autorenfilmer Michael Glawogger studierte am San Francisco Art Institute sowie an der Wiener Filmakademie. Sowohl als Dokumentarfilmer wie als Spielfilmregisseur machte er sich beständig einen Namen – bis zu seinem plötzlichen Tod während der Dreharbeiten zu UNTITLED.
Monika Willi Die preisgekrönte Editorin (u.a. von Michael Haneke und Barbara Albert) arbeitete mehrfach erfolgreich mit Michael Glawogger zusammen. Ausgehend von Attila Boas Bildmaterial realisierte sie mit UNTITLED ihr Regiedebüt im Sinne des verstorbenen Freundes.