Duncan Macmillan mit Jonny Donahoe

All das Schöne

Was macht man als Kind, wenn die eigene Mutter einen Selbstmordversuch begeht? Der Held in «All das Schöne» findet eine bestechend simple Lösung: Die Dinge aufzählen, die das Leben lebenswert machen – so entsteht eine Liste mit «Eiscreme», «Wasserschlachten» und «länger aufbleiben dürfen als sonst», wird mit Heranwachsen des Protagonisten ebenfalls erwachsener und erreicht vom Umfang allmählich die Million. Sie wird zum Zeugnis der Wechselspiele eines Lebens, das, wie schon das der Mutter, sich gegen die Bürden einer Depression zu behaupten versucht.

Auf ungeheuer leichte und geradezu komödiantische Art erzählt Duncan Macmillan in seinem 2013 uraufgeführten Monolog von den Möglichkeiten, mit einer psychischen Erkrankung zurechtzukommen – und naturgemäß von Erfolgen ebenso wie von Rückschlägen.

Ein scheinbar banaler Trick, sich mittels einer Liste immer wieder den Lebensmut zu bestätigen und damit der Dankbarkeit für das Leben zu gemahnen – doch ist diese Tugend zwar die angenehmste, aber keinesfalls die leichteste, denn sie verlangt eine Konzentration auf das Hier und Jetzt. Dankbarkeit bedeutet Freude über das was ist, gegen die Angst vor dem was sein könnte – sie ist eine wirkliche Lebenskunst. Und in «All das Schöne» sogar eine Über-Lebenskunst, Triebfeder eines ebenso berührenden wie amüsanten Theaterabends.

Dankbarkeit ist Schenken, Dankbarkeit ist Teilen, Dankbarkeit ist Liebe – sie ist wirklich eine Tugend!

André Comte-Sponville

Inszenierung und Ausstattung Dave Wilcox

Premiere Sa 23.9.2017 – 19.30 Uhr – Rotes Kabinett

TERMINE

Fr 24.11.2017 - 19.30 Uhr Theater Ansbach - Rotes Kabinett

Zusatzangebote

Publikumsgespräch Sa 7.10.2017 – im Anschluss an die Vorstellung – Foyer