Rike Reiniger

Zigeuner-Boxer

Klassenzimmerstück

Für Jugendliche ab 14 Jahren (Klasse 9) und Erwachsene

Hans erzählt. Über seinen Freund Ruki. Der ihm einen Apfel schenkte. Der ihn zum Boxen mitnahm. Und der so viel begabter war als er. Sogar so begabt, dass er um Meisterschaften boxen und damit Geld verdienen konnte. Bis die Nationalsozialisten die Macht übernahmen und nicht mehr wollten, dass „Ruki“ Erfolg haben sollte. Denn er war ein Sinto und wurde fortan als „Zigeuner-Boxer“ bezeichnet. Im KZ begegnen die beiden Freunde sich wieder und werden gezwungen, zur Unterhaltung der Aufseher Schaukämpfe zu boxen.

Erinnerungen, die sich eingebrannt haben, wird man schlecht los und so kann Hans den Zuschauer ganz persönlich in den Schrecken der Nazizeit mitnehmen. Er lässt teilhaben an der Geschichte über eine Freundschaft, die im sogenannten Dritten Reich nicht bestehen darf, über Opportunismus und die Gräuel dieser Zeit.

„Zigeuner-Boxer“ gründet auf der Lebensgeschichte des Sinto-Athleten Johann „Rukeli“ Trollmann. 1942 wurde Trollmann in das Konzentrationslager Neuengamme gebracht, wo sich die SS-Soldaten damit vergnügten, den ehemaligen Boxmeister nach Belieben zusammenzuschlagen. 1944 wurde Trollmann im Außenlager Wittenberge ermordet. Im Stück erzählt ein fiktiver Freund über den Deutschen Meister von 1933 im Mittelgewicht, dessen Meistertitel wegen „armseligen Verhaltens“ (Freudentränen) aberkannt, und erst 2003 zurückgegeben wurde. Ein äußerst gelungener Versuch, die Erinnerung an und die Auseinandersetzung mit unserer jungen Geschichte, aufrecht zu halten.

Mit freundlicher Unterstützung von

Inszenierung und Ausstattung Jens Heuwinkel

Termine

Di 15.05.2018 - 19.30 Uhr Theater hinterm Eisernen
Mi 16.05.2018 - 19.30 Uhr Theater hinterm Eisernen
So 20.05.2018 - 15.00 Uhr Theater hinterm Eisernen

Mit diesem Stück kommen wir auch in Ihre Klasse!