BAROCK IN D – KONZERTGITARRE SOLO

WERKE VON SILVIUS LEOPOLD WEISS UND JOHANN SEBASTIAN BACH GESPIELT VON SEBASTIAN CHRISTOPH JACOB

Samstag, 23.3.2019 – 19.30 Uhr, Großes Haus

 

 

“Tradition ist nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme.“
Thomas Morus, 1477 / 1478 – 1535

Die interpretatorische Arbeit an den in diesem Konzert aufgeführten Werken von Weiss und Bach stellen für Sebastian Chrisoph Jacob ein ganz besonderes persönliches Anliegen dar. Seine Beschäftigung mit den musikalischen Inhalten von Weiss und Bach begleitet sein gesamtes künstlerischen Schaffen seit Jahrzehnten. Ebenso fließen die Sammlung vielfältiger Erfahrungen in allen Bereichen und Genres seiner Arbeit als Schauspieler und Sprecher, basierend auf der Beschäftigung mit Sprache als ästhetisches Ausdrucksmittel sowie Medium für Reflexion und Bewusstseinsbildung mit dem Ziel der Findung von Struktur und Form, in meditativer Weise in seine musikalisch-sprachliche Tätigkeit ein; diese findet sich als Zentrum seiner künstlerischen Arbeit.
Es handelt sich beim Spiel auf dem Instrument der Gitarre in erster Hinsicht um Sprache als Ausdruck von Klarheit und Harmonie. In der Auswahl der Werke von Weiss und Bach ist der wichtigste Leitfaden die Annäherung an die Originalpartitur sowie deren konkrete Aussage. Beim Musizieren geht es um die Interpretation der Darstellung menschlichen Seins und Werdens als Reflexion natürlicher Gesetzmäßigkeiten; im Vordergrund steht die Überwindung von menschlichen Widerständen; die Arbeit an sich selbst. Ebenso wie für den Schauspieler die Sprache als Medium zur Interpretation des vom Dichter im wesentlichen zu vermittelnden Inhalts dient, ist für den Musiker Sebastian Christoph Jacob die Gitarre demgemäß nicht als Medium zur Reflexion von persönlicher Emotion zu verstehen, sondern als Vermittlerin jener Werte, welche diese Musik als Sprache verkündet. Die meditative Beschäftigung mit den kompositorischen Inhalten von Weiss und Bach, die Pflege der Sprache in Form von Musik, als richtungweisende Kunst, die Klarheit im Geiste fördert, die Annäherung an das bereits geschaffene Werk als strenge Interpretation in klassischer Ausrichtung zur der Pflege allgemeingültiger Tugendwerte im ethisch-moralischen Sinne traditioneller Persönlichkeitsbildung und menschlicher Entwicklung, ist der wesentlichste Baustein seines künstlerischen Schaffens.

Sebastian Christoph Jacob ist Konzertgitarrist, Schauspieler, Synchronsprecher, Dialogregisseur und Designer geichermaßen. Er studierte Schauspiel unter der Leitung von Felix Rellstab an der Zürcher Hochschule der Künste. Seine gesangliche Ausbildung erhielt er bei Jonathan Kinsler und dem schweizerischen Tenor Paul Späni. Sein Studium der klassischen Gitarre führte ihn zu Dozenten wie Klaus Michael Krause, Laurie Randolph, Gerald List und Vitaliy Shal, bei denen er das Spiel auf dem Instrument in der romantischen Musik, der Renaissance- und vornehmlich der Barockmusik, insbesondere durch die Schule der inhärenten Mehrstimmigkeit, weiterführend zur instrumentellen Gesanglichkeit konzentrierte.
Schauspielengagements führten Jacob an die Berliner Kammerspiele, die Staatlichen Schauspielbühnen Berlin, das Theater am Kurfürstendamm und die Komödien in Berlin und Hamburg sowie das Schauspielhaus Dresden. Er verkörperte wichtige Hauptrollen in Werken namhaftester Klassiker sowie der Moderne, ebenso im dramatischen wie komödiantischen Bereich, bei bedeutenden Opern- und Theaterregisseuren wie Hans Neuenfels, Dietrich Hilsdorf, Jerome Savary, Horst Bonnet und vielen anderen. Neben Auftritten in Filmen und Fernsehserien ist er seit etlichen Jahren auch umfangreich als Sprecher sowie darüber hinaus als Dialogregisseur beim Hörfunk und in der Filmsynchronisation tätig, wo er vielen internationalen Schauspielern in allen Genres seine Stimme leiht. Darüber hinaus arbeitete er mit dem Kammerorchester unter den Linden in der Philharmonie Berlin sowie dem Deutschen Sinfonie Orchester. Er konzertierte mit Naomi Krauss u. a. an der Volksbühne Berlin mit dem Liederabend ’Jiddische Lieder auf unsere Art’. Weitergehend pflegt er eine kontinuierliche solistische Konzerttätigkeit, vor allem im Bereich der Sakralmusik mit Werken des Barock.
Seine multiprofessionelle Vielfältigkeit zeigt sich durch seinen Genrereichtum: Er beherrscht als Gitarrist Werke des Barock, der spanischen Romantik, sowie Folklore, Blues und Popmusik. Seine Tätigkeit als Synchronsprecher und Dialogregisseur prägt und erweitert seine Fähigkeiten als Charakterschauspieler sowie Komödiant. Sein Schaffen zeichnet sich durch filigranes künstlerisches Handwerk und hohe Wandlungsfähigkeit aus.