
Paul Sturm
(Klavier und Moderation)
26.10.2025 | 11.00 Uhr
Adolph von Henselt – Ein Klavierheros aus Franken und seine Zeit
1.3.2026 | 11.00 Uhr
Frédéric Chopin – Balladen, Polonaisen, Nocturnes und mehr
11 Uhr
Karlshalle
Gesprächskonzerte des fränkischen Pianisten Paul Sturm haben eine lange Tradition im Theater Ansbach.
Im März präsentiert Paul Sturm ein neues Chopin-Programm. In dem abwechslungsreichen Konzert erklingen weitere Werke des großen polnischen Klavierpoeten in ihrer ganzen Bandbreite zwischen mitreißender Virtuosität und innigster Empfindsamkeit.
Schwerpunkte im Programm bilden die 2. Ballade in F-Dur op.38 und die große Fantasie in f-Moll op. 49. Weiter im Programm erklingen u.a. zwei Polonaisen in d-Moll und B-Dur op. 71/1+2 sowie die Revolutionsetüde op. 10/12 und die Nocturnes in c-Moll op. 48/1 und f-Moll op. 55/1.
Die Sonntagsmatinée am 26.10.2025 widmete er dem am 9. Mai 1814 in Schwabach geborenen Klaviervirtuosen und Komponisten Adolph von Henselt. Der im heutigen Musikleben zu Unrecht vernachlässigte Pianist startete nach Studienjahren in München, Weimar und Wien ab 1836 eine kometengleiche Virtuosenkarriere, die ihn in alle Zentren des europäischen Musiklebens seiner Zeit führte und ihm den Ruf als „gewaltigster Klavierspieler unserer Zeit“ einbrachte. Seine Zeitgenossen schreiben, er habe „sich im Technischen zu schwindelhafter Höhe emporgeschwungen“, wurde in einem Atemzug mit Chopin und Liszt genannt. Robert Schumann tituliert ihn als „Klavierheros“, er sei „wie ein Gott am Clavier“. Überhaupt verband Henselt eine enge Freundschaft mit Clara und Robert Schumann, so widmete Robert seine „Novelletten“ op. 21 Henselt, der wiederum sein unglaublich anspruchsvolles Klavierkonzert op. 16 durch Clara im Leipziger Gewandhaus uraufführen ließ (unter der Leitung von Felix Mendelssohn Bartholdy).
In nur zwei Jahren seiner Konzertreisen zu einem überwältigenden Weltruhm gelangt, beendete Henselt bereits 1838 seine Tätigkeit als Virtuose. Der Grund war zunehmendes, nicht zu beherrschendes Lampenfieber, so schreibt er selbst: „Die Sonne meines Ruhms stieg sehr hoch, aber allmählich sank sie herab. Ich wurde von Konzert zu Konzert immer ängstlicher … ich, der ich der Mann des Tages und der Liebling des Publikums gewesen war.“
So ließ er sich auf Wunsch der Zarin in St. Petersburg nieder, wo er bis zum Ende seines Lebens in gut dotierter Stellung als Klavierpädagoge wirkte. Dort begegnete er 1842 Franz Liszt, sie gründeten eine Freundschaft, die bis zum Tode des älteren fortbestand.
Im Programm stehen nun ausgewählte Werke von Henselt ( 2 Etüden „Eroica“ und „Wenn ich ein Vöglein wär“, Pensée fugitive op.8, Romance op.10, Impromptu Nr. 1 c-Moll und Scherzo h-Moll) sowie Schumanns „Papillons“ op. 2 und von Franz Liszt „Liebestraum Nr. 3“ und die Legende Nr. 1: „Die Vogelpredigt des Hl. Franz von Assissi“.